Freitag, 30. Oktober 2009

Wareinarsch - Nachschlag

Nein, einmal auf den Papst metaphorisch einzudreschen reicht bei dem, was die vatikanische Vorsteherdrüse letztens von sich gegeben hat, nun wirklich nicht. Der Witz des Oberclowns geht nämlich noch weiter...
Wenn die Kirche an die christlichen Wurzeln Europas erinnere, tue sie dies keineswegs, weil sie irgendwelche Privilegien für sich wolle, so Benedikt.

Quellen: Atheist Media Blog, kathnet, kathweb
Ach tatsächlich lieber Rattensänger? Dann kündige doch mal eben alle Staatsverträge, ziehe Deine Religionslehrer von den Schulen zurück und mische Dich ab jetzt nicht mehr in die Politik ein. Kannst Du das oder lügst Du etwa?
Sie wolle vielmehr eine „mehr und mehr verschwiegene Wahrheit“ wieder ins öffentliche Bewusstsein heben: dass nämlich „die Gründungsväter der EU dezidiert christlich inspiriert“ waren.
Oh ja. Da hat das lustig angezogene Männchen natürlich recht. Das Christentum hat die EU erfunden! Und die Menschenrechte! Und Fertigpizzen! Es hat schon seinen Grund warum diese "Wahrheit" mehr und mehr verschwiegen wird: sie fällt nämlich in die Kategorie "aus dem Himmel gegriffen".
Die christlichen Werte seien „kein Wildwuchs und kein Beiwerk“, sondern ein „zusammenhängendes Ganzes, das von einem präzisen Menschenbild ausgeht“.
Stimmt und wir wissen auch genau, was dieses präzise Menschenbild beinhaltet. Wir sind alles kleine, dreckige und unwürdige Sünder. Ohne der Androhung einer unendlichen Strafe (Hölle) für endliche Verbrechen (Tatsünden) würden wir uns alle gegenseitig an die Gurgel gehen.



So aufgewühlt bin ich, liebe Blogkugel, dass ich auf Wiglaf Droste zurückgreifen muss, um einen erträglichen Abschluß für diesen Beitrag zu finden. Dieser wand sich nämlich mit einem passenden Gedicht gegen eine Aufforderung des damaligen Noch-nicht-papstes an die Christenheit, der Botschaft Jesus treuer und ähnlicher zu werden.
Die Menschheit soll wie Jesus werden,
nicht erst im Himmel, nein auf Erden?

Doch ich sage nur: wohlan -
Ratzinger geh Du voran!

Du willst sein wie Jesus Christus?
Nimm den Hammer und dann bist Du's!

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Wörtlich genommen


Mittwoch, 28. Oktober 2009

Dienstag, 27. Oktober 2009

Hitler war Katholik

Im Spiel um die besseren Argumente gehört die Hitlerkarte bei erstaunlich vielen Gläubigen zum Lieblingsblatt. Wenn dort vorhanden, dann wird sie mit großer Wolllust und bedrückender Häufigkeit ausgespielt. Auf den ultimativen Joker hoffend, legte schon so mancher Gläubige die reductio ad Hitlerum genannte Karte auf den Tisch und schoss sich damit ins eigene Bein.

Hitler war nämlich nicht nur Hundeliebhaber, Schnurrbartträger und Vegetarier. Er war auch Katholik und sein Wahnsinn sicherlich nicht komplett, wenn es keine religiöse Komponente gegeben hätte. So lesen wir in seinem bekanntesten Werk:
"So glaube ich heute im Sinne des Allmächtigen Schöpfers zu handeln: Indem ich mich des Juden erwehre, kämpfe ich für das Werk der Herrn."

Adolf Hitler, Mein Kampf
Anmerkung: Vielen Dank an Alex für das echte Zitat.



Und bevor sich hier jemand beschwert, möchte ich klarstellen, dass ich nicht behaupte, dass Hitler die Grausamkeiten wegen oder gar trotz seines katholischen Glaubens ausübte. Ich möchte hier nur darüber aufklären, dass die, als gefühltes Wissen verbreitete, Verbindung von Hitler und dem Atheismus falsch ist.

Montag, 26. Oktober 2009

Solange man mitspielt



Alles ist Friede, Freude und Eierkuchen solange man die religiösen Scharaden mitspielt. Aber wehe die Tochter entdeckt ihr eigenes Gehirn und beginnt dieses auch noch zu benutzen. Dann bleibt den Eltern natürlich nichts anderes übrig als die Tochter unter falschen Angaben in die Türkei zu locken, ihr dort den Pass wegzunehmen und sie zur Koranschule zu zwingen.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Mr. Deity and the Science Advisor



Übrigens handelt es sich bei dem wissenschaftlichen Berater um PZ Myers, Evolutionsbiologe und Professor an der Universität von Minnesota. Myers ist einer der ganz großen Gestalten der öffentlichen Debatte über Evolution und Religion in den Staaten und betreibt den wohl bekanntestes, wissenschaftlichen Blog Pharyngula mit einem geradezu überirdischen Output. Neben vielen weiteren öffentlichen Auftritten war Myers vor kurzer Zeit Gast bei den Non-Prophets (mp3 Audiodatei).

Samstag, 24. Oktober 2009

Wareinarsch

Manchmal, oh Kugelblog, reicht bereits der Name einer Person aus, um Zugang zu ihrer inneren Lebenswelt zu finden. Erlaubt man sich zum Beispiel eine undeutliche, englische Aussprache des amtierenden Petrus i.V., so stößt man auf eine tiefere Wahrheit, die viele Absurditäten des vatikanischen Oberclowns erklärt: He's been a dick.

So auch neulich wieder. Während einer Stipvisite des neuen EU-Vertreters im Vatikan beim Papst, konnte sich letzterer nicht zurückhalten und nutze die Gelegenheit, um auf die eingebildeten christlichen Wurzeln der EU hinzuweisen.
Been-a-dick: "Aber man darf doch daran erinnern, dass die EU diese Werte nicht selbst entworfen hat, sondern dass es eher diese gemeinsamen Werte sind, die überhaupt erst zur Bildung der EU geführt haben und die über den Kern der Gründerländer hinaus auch noch andere Nationen angezogen haben."

Diese Werte seien „Frucht einer langen und verwickelten Geschichte, in der – wie keiner leugnen wird – das Christentum eine herausragende Rolle gespielt hat“.

Quellen: Atheist Media Blog, kathnet, kathweb
Nein, mein bester Ratzinger Alios, niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen... eh... zu leugnen, dass das Christentum eine herausragende Rolle in unserer Geschichte gespielt hat. Es fragt sich nur welche...
Wörtlich fuhr der Papst fort: „Die Gleichheit aller Menschen, die Freiheit des Bekenntnisses als Wurzel aller anderen bürgerlichen Freiheiten, Friede als entscheidendes Element des Gemeinwohls… das sind alles zentrale Elemente der christlichen Offenbarung, die die europäische Zivilisation auch weiter prägen.“
Man lasse sich die Schlüsselphrase nochmal auf der erbosten Zunge zergehen. Die Freiheit des Bekenntnisses als Wurzel aller anderen bürgerlichen Freiheiten. Ahhh... welch exotisch schmeckender Bockmist. Nicht die Glaubensfreiheit ist Grundlage aller anderen Freiheiten sondern die Akzeptanz der prinzipiellen Gleichheit  in der Würde und der individuellen Verschiedenheit. Die vom Papst ach so geliebte Glaubensfreiheit ist eine Folge aus diesen Prinzipien und nicht deren Ursache.

Übrigens hat Been-a-dick seinen Namen selbst gewählt. Meiner unbescheidenen Meinung nach lässt das tief blicken.