Montag, 23. August 2010

Willensfreiheit im Himmel

Der geschulte Christ wird die allgemein bekannten Fragen nach der inneren Widersprüchlichkeit Gottes, nach der Theodizee oder nach schrecklichen  Bibelstellen recht locker mit seinen Standard-Nicht-Antworten abfangen können. Wäre es aber nicht schön, wenn es eine unschuldige Frage gäbe, die sogar diesen ins Rudern bringen würde? Vielleicht sogar eine Frage, die – egal wie beantwortet – das gesamte Christentum ad absurdum führte? Die Frage, die diesen hohen Ansprüchen am nächsten kommt, dürfte die folgende sein: Gibt es den freien Willen im Himmel?

Erstaunlicherweise braucht man nicht einmal viel Hintergrundwissen, um die Implikationen dieser Frage nachvollziehen zu können. Hierzu möchte ich mit dem altbekannten Theodizee-Problem beginnen.

Theodizee heißt übersetzt "die Rechtfertigung Gottes" und die Idee dahinter ist schnell erklärt. Wenn Gott vom Schlechten in dieser Welt weiß, er mächtig genug ist, um dieses zu verhindern und er uns doch so dolle liebt hat, wieso verhindert er dann nicht das Böse? Die Standard-Nicht-Antwort des Theisten wird meist der Hinweis auf unsere Willensfreiheit sein. Diese würde Gott uns nämlich nehmen, wenn er eingreifen würde.

Der Zusammenhang zwischen Gott und menschlicher Willensfreiheit wird auch im Mythos von der Vertreibung aus dem Paradies behandelt. Die Geschichte ist wohl bekannt. Gott erschafft den Menschen und setzt diesen ins Paradies, auf das der Mensch dieses bebaue und bewahre. Bevor der Mensch sich dann so richtig ins Zeug legt, wurde er noch von Gott eingewiesen.
Siehe, Mensch, was ich für Dich erschaffen habe! All dieser Reichtum, der gesamte Garten Eden steht Dir zur Verfügung! Von allen  Bäumen darfst Du essen. Nur vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse (für den ich sonst nirgendwo Platz hatte) sollst Du nicht essen. Denn sonst muss ich Dich umbringen... ähm... wirst Du gewisslich sterben.

Nein, nicht dieser Baum. Siehst Du den Baum da hinten? Nein. Nicht den. Den da! Weiter links.  Ja, genau den! Der mit den besonders leckeren Früchten. Von dem nüchts, allet klar?

Etwas frei nach 1. Moses 2:15-17
Natürlich drängt sich die Frage auf, warum Gott den blöden Baum überhaupt erst ins Paradies gestellt hat, wohl wissentlich dass der Mensch trotz Verbot davon naschen und damit aus dem Garten vertrieben werden wird. Die häufigste Antwort der Bibelumblätterer ist eine ähnliche wie die Antwort auf die Theodizee-Frage: Gott musste uns die Wahl geben, damit er unsere Willensfreiheit nicht einschränkt. Ohne Baum gäbe es ja keine Wahl.

Übergehen wir mal das Problem, dass Gottes Allmacht hier unbewusst (oder bewusstlos?) amputiert wird und nehmen die Kausalität so hin: Gott muss uns die Wahl zwischen Gut und Böse lassen, um unsere Willensfreiheit nicht einzuschränken. Mit dieser Prämisse fragen wir also den Christen und schauen uns die potentiellen Antwortmöglichkeiten an.

Gibt es den freien Willen im Himmel?

Antwort: Nein. Nach allgemein akzeptierter christlicher Vorstellung sind wir nur deswegen keine Marionetten Gottes sondern selbstständige Lebewesen, weil wir den freien Willen haben. Das bedeutet aber auch, dass, wenn wir im Leben nach dem Tod keine Willensfreiheit haben, wir dann nur Marionetten – um nicht zu sagen Zombies – wären.

Antwort: Ja. Die christlichen Glaubensannahmen über das Leben nach dem Tod, dem Himmel und dem ganzen Rest sind vielfältig und von unterschiedlicher Diffusität. Generell lässt sich aber wohl unterstellen, dass der Christ sich den Himmel als Leben in Gottes Nähe vorstellt (sprich: ohne Sünde oder ohne Trennung von Gott). Das bedeutet auch, dass es in Gottes Nähe nichts Böses gibt, sich die Menschen also immer für das Gute entscheiden werden – wie das mit dem freien Willen zusammenpasst, weiß ich jetzt auch nicht.

Jedenfalls kann und hat Gott eine Welt erschaffen, in der es zwar Willensfreiheit gibt aber nichts Böses. Damit wird allerdings das gesamte Christentum inklusive Jesus Kreuzigungstod vollkommen überflüssig. Denn Jesus hat sich ja kreuzigen lassen, um uns mit der Annahme seines Sühneopfers die Gelegenheit zu geben, die Trennung von Gott zu überwinden und dabei unsere Willensfreiheit zu erhalten. Diesen ganzen Murks hätte sich Gott einfach ersparen können, wenn er nur den Himmel erschaffen hätte. Das Resultat wäre dasselbe. Das ganze Leid, alle jemals erlittenen Schmerzen auf dieser Erde, die ängstliche Unwissenheit wären schlicht überflüssig und es stellt sich die Frage: Warum?

Ähnliches gilt auch für das Theodizee-Problem. Wenn schon Gottes Präsenz im Himmel nicht die Willensfreiheit einschränkt, wie könnte dann Gottes Eingreifen in diese Welt den freien Willen beeinträchtigen?

Das Fazit: Egal wie der Christ die Frage nach der Willensfreiheit im Leben nach dem Tod beantwortet, es führt immer zu einem, seinen Glaubensannahmen widersprechenden Ergebnis. Entweder enden wir als Zombies oder das Christentum an sich wird nicht nur überflüssig, sondern lässt sich nur als abgrundtiefe Bosheit Gottes interpretieren.

Kommentare:

  1. Und was ist mit der Antwort "Ich weiß es nicht"?

    Abgesehen davon scheinen Sie eine ziemlich konkrete Vorstellung vom Himmel zu haben - wer sagt denn, dass sich "im Himmel", die Nähe Gottes und die Willensfreiheit ausschließen müssen? Sie übertragen unzulässigerweise immanente Kategorien auf transzendente Begriffe.

    Ein Physiker

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  2. Lieber anonymer Physiker,
    auch wenn der solchermaßen befragte Christ mit "weiß nicht" antwortet, so bleiben doch die besprochenen 2 Antwortmöglichkeiten bestehen. Somit auch das Fazit.
    Niemand hat außerdem gesagt, dass sich die "Nähe Gottes" und die Willensfreiheit ausschließen würden. Antwort "Ja" bringt ja beides zusammen.
    Auch meine ich zu wissen, dass der Autor überhaupt keine Vorstellung vom Himmel hat. Und dass die der Christen reichlich diffus ist, schreibt er nun auch wieder selbst.
    Ich finde Ihre Antwort nicht sehr durchdacht, was meinen Sie?
    Grüße

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  3. @EinPhysiker

    Hatten wir nicht schonmal auf Astrodicticum simplex das Vergnügen? Deine Argumentationsstrategie kommt mir so irre bekannt vor...

    "Und was ist mit der Antwort "Ich weiß es nicht"?"

    Wenn die beiden potentiellen Antwort (ja oder nein) zu unliebigen Resultaten führen, dann dürfte diese Antwort doch wohl reichlich egal sein, nicht?

    "Abgesehen davon scheinen Sie eine ziemlich konkrete Vorstellung vom Himmel zu haben."

    Ich gebe nur das wieder, was mir Christen berichtet haben. Wenn sie diesen das Christsein oder das notwendige Wissen absprechen wollen, dann bitte. Nur zu!

    Allerdings benutze ich für meine Ableitung die wohl diffuseste Vorstellung von Himmel an sich: Gott ist nah und es gibt nichts böses. Gibt es einen Christ, der mir da widersprechen wollen würde?

    "wer sagt denn, dass sich "im Himmel", die Nähe Gottes und die Willensfreiheit ausschließen müssen?"

    Hier bitte ich Dich meinen Eintrag nochmal zu lesen. Ich sag das nicht (hier), sondern weise nur auf die Konsequenz hin: Das Christentum wird überflüssig.

    "Sie übertragen unzulässigerweise immanente Kategorien auf transzendente Begriffe."

    Ach, der Kategorienfehler. Das aktuellste Spielzeug der Apologeten. Niedlich. Ich denke nämlich, dass Du einen Kategorienfehler machst, in dem Du meine Ableitung in die Kategorie der Kategorienfehler einordnest. In letztere gehören nämlich per Definition nur Ableitungen von negative Theologen. Ist zwar stuss, aber genau so gut begründet, wie die Kategorie des Transzedenten.

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  4. @ Kretzer:
    Dann lesen Sie doch einfach nochmal den letzten Satz des obigen Fazits.

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  5. @ verquer:
    "Hatten wir nicht schonmal auf Astrodicticum simplex das Vergnügen?"
    Ja.

    "Wenn die beiden potentiellen Antwort (ja oder nein) zu unliebigen Resultaten führen, dann dürfte diese Antwort doch wohl reichlich egal sein, nicht?"
    Finde ich nicht, denn es könnte ja sein, dass wir etwas übersehen. Und ich denke nicht, dass irgendjemand in einem Dreizeiler das Theodizee-Problem auflöst, damit Gott widerlegt oder den Freien Willen erklärt/widerlegt...
    Ich finde z.B. keine einzige Ihrer obigen Schlussfolgerungen zwingend - fangen wir einfach mal mit dem ersten "trivialen" Fall an: Warum sollen wir im Himmel Marionetten/Zombies sein, wenn es dort keine Willensfreiheit gibt. Oder anders gefragt - wie können Sie einen Vergleich (mit Marionetten/Zombies) anstellen in einem Ort/Zustand, der außerhalb unserer Erfahrungen liegt und dessen Existenz Sie folglich ablehnen? Oder noch kürzer: Sie machen konkrete Aussagen über etwas, das Iher Meinung nach nicht existiert.

    "In letztere gehören nämlich per Definition nur Ableitungen von negative Theologen."
    Ist zwar ein wenig OT, aber wenn ich mich richtig erinnere, vertraten Sie die Auffassung, dass sich ein solcher Gott nicht in das Weltgeschehen einmischen könne. Leider musste ich an dem Punkt, die sehr spannende Diskussion vor einiger Zeit beenden... ich wäre aber immer noch an einer Begründung interessiert.

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  6. "@ Kretzer:
    Dann lesen Sie doch einfach nochmal den letzten Satz des obigen Fazits."
    Dieser lautet: "Entweder enden wir als Zombies oder das Christentum an sich wird nicht nur überflüssig, sondern lässt sich nur als abgrundtiefe Bosheit Gottes interpretieren."
    Ich habe ihn jetzt nochmal gelesen. Was wollten Sie mir damit sagen?

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  7. @Physiker

    "Finde ich nicht, denn es könnte ja sein, dass wir etwas übersehen."

    Es könnte also sein, dass entweder die Ja- oder die Nein-Antwort doch zu einem Dir genehmen Resultat führt? Na dann bin ich doch mal gespannt auf Deinen Ansatz, denn das Argument von "Könnte sein, dass irgendwo in Deiner Ableitung ein Fehler steckt, den ich aber gerade nicht finde" sollte sogar Dir zu peinlich sein.

    "Und ich denke nicht, dass irgendjemand in einem Dreizeiler das Theodizee-Problem auflöst, damit Gott widerlegt oder den Freien Willen erklärt/widerlegt..."

    Ist notiert.

    "Ich finde z.B. keine einzige Ihrer obigen Schlussfolgerungen zwingend"

    Das überrascht mich jetzt.

    "Warum sollen wir im Himmel Marionetten/Zombies sein, wenn es dort keine Willensfreiheit gibt."

    Ich versuche möglichst naturgetreu das wiederzugeben, was mir Christen berichtet haben. Diese haben mir gegenüber eben bezeugt, dass wir ohne Willensfreiheit Marionetten oder Zombies wären. Ob ich dieser These zustimme oder nicht, steht auf einem ganz anderem Blatt.

    Aber lass mich Dich doch fragen: Was wären wir Menschen ohne Willensfreiheit? Sollten Dir die Worte Zombie oder Marionette nicht gefallen, dann ersetze im Geiste einfach die entsprechenden Stellen im Text durch Deine Antwort.

    "Oder anders gefragt - wie können Sie einen Vergleich (mit Marionetten/Zombies) anstellen in einem Ort/Zustand, der außerhalb unserer Erfahrungen liegt und dessen Existenz Sie folglich ablehnen? Oder noch kürzer: Sie machen konkrete Aussagen über etwas, das Iher Meinung nach nicht existiert."

    Der Weihnachtsmann hat einen weißen Bart. Unheimlich ich weiß.

    Jetzt bin ich gespannt auf den ersten nichttrivialen Fall und würde doch beim nächsten Mal bitte, sofort mit einem solchen anzufangen. Es wirkt so ein bisschen dämlich, wenn man nur darauf hinweist, eine total tolle Widerlegung zu haben...

    "Ist zwar ein wenig OT, aber wenn ich mich richtig erinnere, vertraten Sie die Auffassung, dass sich ein solcher Gott nicht in das Weltgeschehen einmischen könne. Leider musste ich an dem Punkt, die sehr spannende Diskussion vor einiger Zeit beenden... ich wäre aber immer noch an einer Begründung interessiert."

    Kann man über einen Gott, der eingreift, Aussagen machen? Wenn ja, dann ist das wohl nicht der negative Gott. Wenn nein, dann wäre sein eingreifen von seinem nicht eingreifen nicht unterscheidbar. Zwei Dinge, die nicht unterscheidbar sind, sind gleich. Also wird es schlicht irrelevant, ob Gott eingreift, weil es per Definition keinen Einfluss auf unser Leben haben kann.

    Oder: glaubst Du an einen Gott, der zwar eingreift, aber genau so, dass es vollkommen irrelevant ist? ... Ach nee. Das wäre ja eine Aussage über Gott und die darfst Du nicht treffen. Negative Theologie ist echt putzig.

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  8. Ich denke, dass es im Himmel den freien Willen gibt. Das wir Menschen auch theoretisch Böses tun könnten. Aber dass wir angesichts von Gottes Liebe und Nähe darauf verzichten.
    Wie jemand, der endlich mit der Frau seiner Träume eine Beziehung anfängt, sich auch dagegen entscheiden könnte, es aber nicht tun wird weil er sie liebt.
    Gerade auch weil wir dann den Kontrast zum (oft leidvollen) Leben auf der Erde kennen, den Adam und Eva ja nicht kannten.

    Ich glaube dass Gott nicht nur den Himmel / das Paradies geschaffen hat weil die ware Liebe demjenigen, den sie liebt die freie Wahl lässt. Auch ein Mensch würde seinen Partner, wenn er ihn liebt, nicht einfach in den Keller sperren dass er mit ihm zusammen bleibt.

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  9. @Anonym

    "Ich denke, dass es im Himmel den freien Willen gibt. Das wir Menschen auch theoretisch Böses tun könnten. Aber dass wir angesichts von Gottes Liebe und Nähe darauf verzichten.
    Wie jemand, der endlich mit der Frau seiner Träume eine Beziehung anfängt, sich auch dagegen entscheiden könnte, es aber nicht tun wird weil er sie liebt.
    Gerade auch weil wir dann den Kontrast zum (oft leidvollen) Leben auf der Erde kennen, den Adam und Eva ja nicht kannten."

    Und warum haben sich jetzt Adam und Eva genau gegen Gott entschieden? Reicht Gottes Liebe und Nähe nicht aus, um sich für ihn zu entscheiden? Mussten wir wirklich das Böse erleben, damit Gottes Liebe und Nähe dann ausreicht?

    "Ich glaube dass Gott nicht nur den Himmel / das Paradies geschaffen hat weil die ware Liebe demjenigen, den sie liebt die freie Wahl lässt. Auch ein Mensch würde seinen Partner, wenn er ihn liebt, nicht einfach in den Keller sperren dass er mit ihm zusammen bleibt."

    Diese Analogie ist mindestens insofern unpassend, weil der liebende Mensch ja seinen Partner fortschicken müsste, damit diese viele Qualen erlebt und dann "freiwillig" wieder zurückkommt, damit das zu Gott passt. Besonders freiwillig ist das allerdings nicht.

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  10. Auf die Gefahr hin, dass ich inzwischen den Faden verloren habe - hier meine Antwort:

    "Es könnte also sein, dass entweder die Ja- oder die Nein-Antwort doch zu einem Dir genehmen Resultat führt?"
    Der atheistische Standpunkt ist in der Tat der angenehmere/bequemere (und mir sogar wesentlich sympathischere, auch wenn sich meine Beiträge bisweilen anders lesen) - das hat aber nichts mit meiner Kritik zu tun:
    Mit der saloppen Antwort "ich weiß es nicht" wollte ich darauf hinweisen, dass es z.B. auch unentscheidbare Fragen gibt. Zusätzlich gibt es auch noch falsch gestellte Fragen, wie z.B. "Sind Elektronen blau?" Die obige Fallanalyse zur Frage nach der Willensfreiheit im Himmel setzt erstens voraus, dass kein Kategorienfehler begangen wird und zweitens, dass es sich um eine entscheidbare Frage handelt. Ich sehe keine dieser Voraussetzungen als gegeben an.

    "Diese haben mir gegenüber eben bezeugt, dass wir ohne Willensfreiheit Marionetten oder Zombies wären."
    Je mehr man sich mit dem Thema "Willensfreiheit" beschäftigt, desto weniger weiß man, was das ist.
    Insbesondere gilt auch der Umkehrschluss...

    "Der Weihnachtsmann hat einen weißen Bart."
    Stimmt genau (Das ist aber auch kein Widerspruch). Eine treffendere Analogie wäre die Frage, welche Farbe nun das unsichtbare, rosafarbene Einhorn hat.

    "Negative Theologie ist echt putzig."
    Danke für die Erklärung.

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  11. "Mit der saloppen Antwort "ich weiß es nicht" wollte ich darauf hinweisen, dass es z.B. auch unentscheidbare Fragen gibt. Zusätzlich gibt es auch noch falsch gestellte Fragen, wie z.B. "Sind Elektronen blau?""

    Du solltest vielleicht einen Kompressionsalgorithmus benutzen, der Informationserhaltend ist.

    "Die obige Fallanalyse zur Frage nach der Willensfreiheit im Himmel setzt erstens voraus, dass kein Kategorienfehler begangen wird und zweitens, dass es sich um eine entscheidbare Frage handelt. Ich sehe keine dieser Voraussetzungen als gegeben an."

    Diese Aussage setzt voraus, dass Du keinen Kategoriefehler begehst und zZ kann ich nicht erkennen, ob das so ist oder nicht. Aber Spass bei Seite. Kannst den moeglichen Kategorienfehler, den ich hier begehe, aber auch mal benennen und begruenden? Oder bleibt es bei der einfachen Behauptung?

    Das allerdings ein Christ(?) die Entscheidbarkeit der Frage nach dem freien Willen im Himmel anzweifelt, ist mir bisher noch nicht untergekommen. Bricht da nicht irgendwie das Gesamtsystem Christentum zusammen? Ihr bastelt Euch aber auch immer was eigenes. Ich hoffe, dass Du zumindestens zu geben wirst, dass Dein Standpunkt meilenweit von dem des Katechismus entfernt ist.

    "Je mehr man sich mit dem Thema "Willensfreiheit" beschäftigt, desto weniger weiß man, was das ist.
    Insbesondere gilt auch der Umkehrschluss..."

    Geht so. Aber ich versuche ja auch die von den meisten Christen akzeptierte Version der Dinge zu kritisieren. Ich kann wirklich nicht auf jede Selbstbaukasten "Christentum" eingehen.

    "Stimmt genau (Das ist aber auch kein Widerspruch). Eine treffendere Analogie wäre die Frage, welche Farbe nun das unsichtbare, rosafarbene Einhorn hat."

    Hier hast Du den Faden verloren. Du hast kritisiert, dass ich Aussagen ueber etwas mache, dass nicht existiert ("Sie machen konkrete Aussagen über etwas, das Iher Meinung nach nicht existiert."). Um Widerspruch oder nicht ging es gar nicht.

    "Danke für die Erklärung."

    Waere es naiv von mir zu hoffen, dass Du diese Erklaerung akzeptierst und verstanden hast?

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  12. "Du solltest vielleicht einen Kompressionsalgorithmus benutzen, der Informationserhaltend ist."
    Ich werd' mich bemuehen ;-)
    Der Kategorienfehler, die falsch gestellte Frage oder die Unentscheidbarkeit waren aber nur Beispiele auf die man mit "ich weiß es nicht" antworten kann.

    "Kannst den moeglichen Kategorienfehler, den ich hier begehe, aber auch mal benennen und begruenden?"
    Willensfreiheit: Kategorie "Immanenz"
    Himmel (in obiger Bedeutung): Kategorie "Transzendenz"
    Aber inzwischen weiß ich ja, dass Du die zweite Kategorie ablehnst - deshalb werden wir in diesem Punkt wohl nicht weiter kommen.

    "Ich hoffe, dass Du zumindestens zu geben wirst, dass Dein Standpunkt meilenweit von dem des Katechismus entfernt ist."
    Es freut mich natuerlich, wenn meine Position "herausragend" ist ;-)
    Kann mich aber beim besten Willen nicht daran erinnern (und ich denke, ich habe ihn danach komplett durchsucht), dass der Katechismus irgendeine Aussage zur Willensfreiheit im Himmel trifft. Aber ich kann ja mal einen Theologen fragen... sollte mich aber sehr wundern, wenn dieser die Frage mit ja/nein beantwortet - und da wuerde ich sogar die Protestanten mit einschliessen.

    "Um Widerspruch oder nicht ging es gar nicht."
    Sorry, wollte damit nur kurz anmerken, dass ich der Aussage zustimme und dass diese Zustimmung nicht im Widerspruch zu meiner vorherigen Aussage steht. Im Prinzip muesste man genauer auf die jeweilige Bedeutung des Begriffs "existieren" eingehen - das wollte ich mir aber sparen. (Denn Du beziehst Dich auf den Mythos Weihnachtsmann, der tatsaechlich "existiert".)

    "Waere es naiv von mir zu hoffen, dass Du diese Erklaerung akzeptierst und verstanden hast?"
    Bin kein Experte in negativer Theologie - und soweit ich das beurteilen kann, ist das nicht mit dem Katechismus kompatibel ;-)

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  13. "Der Kategorienfehler, die falsch gestellte Frage oder die Unentscheidbarkeit waren aber nur Beispiele auf die man mit "ich weiß es nicht" antworten kann."

    Tja. Bisher hast Du allerdings noch nicht ausgeführt, wo mein Fehler ist. Einfach zu behaupten, dass die Frage nach der Willensfreiheit im Himmel ein Kategorienfehler oder eine falsch gestellte Frage wäre, ist noch kein Argument.

    "Willensfreiheit: Kategorie "Immanenz"
    Himmel (in obiger Bedeutung): Kategorie "Transzendenz"
    Aber inzwischen weiß ich ja, dass Du die zweite Kategorie ablehnst - deshalb werden wir in diesem Punkt wohl nicht weiter kommen."

    Bisher habe ich den Eindruck, dass Du die Kategorie "Transzendenz" in die Existenz definiert hast, um missliebigen Fragen ausweichen zu können. Definiere diese doch mal und begründe, warum sich manche Fragen (Willensfreiheit) nicht in dieser ausdrücken lassen.

    "Es freut mich natuerlich, wenn meine Position "herausragend" ist ;-)"

    Mir persönlich geht es natürlich auf den Keks, wenn sich jeder Gläubige seinen eigenen Glauben zusammenbastelt. Aber bitte. Was soll man machen? Spricht ja eher gegen als für den Glauben.

    "Kann mich aber beim besten Willen nicht daran erinnern (und ich denke, ich habe ihn danach komplett durchsucht), dass der Katechismus irgendeine Aussage zur Willensfreiheit im Himmel trifft."

    Stimmt. Und jetzt frag Dich mal warum.

    "Aber ich kann ja mal einen Theologen fragen... sollte mich aber sehr wundern, wenn dieser die Frage mit ja/nein beantwortet - und da wuerde ich sogar die Protestanten mit einschliessen."

    Mach das. Die Resultat würden mich interessierne. Bisher bis Du allerdings der einzige Gläubige, der mir begegnet ist, der diese Frage in die Unbeantwortbarkeit definiert.

    "Bin kein Experte in negativer Theologie - und soweit ich das beurteilen kann, ist das nicht mit dem Katechismus kompatibel ;-)"

    Weiss nicht, wo man da Experte sein muss. Alle Aussagen über Gott sind unsinnig. Fertig.

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  14. Zitat:

    "Jedenfalls kann und hat Gott eine Welt erschaffen, in der es zwar Willensfreiheit gibt aber nichts Böses. Damit wird allerdings das gesamte Christentum inklusive Jesus Kreuzigungstod vollkommen überflüssig. Denn Jesus hat sich ja kreuzigen lassen, um uns mit der Annahme seines Sühneopfers die Gelegenheit zu geben, die Trennung von Gott zu überwinden und dabei unsere Willensfreiheit zu erhalten. Diesen ganzen Murks hätte sich Gott einfach ersparen können, wenn er nur den Himmel erschaffen hätte. Das Resultat wäre dasselbe."

    Nein, wäre es nicht, da wenn man bereits im Himmel geboren werden würde, man sich nicht frei zwischen gut und böse hätte entscheiden können.

    Eine andere Antwort könnte sein, dass man durchaus im Himmel böse werden und darauf hin auch wieder raus geworfen werden kann. Zumindest legt das die Aussage, dass Satan bevor er sich gegen Gott auflehnte ursprünglich einer der höchsten Engel war, nahe.

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