Freitag, 2. Oktober 2009

Logische Fehlschlüsse (5) - reductio ad Hitlerum

Beschreibung: Eine These wird widerlegt, in dem gezeigt wird, dass Hitler diese These teilte.

Logische Struktur: Hitler war A und deswegen ist A falsch.

Bespiel: "Hitler war Vegetarier und deswegen sind alle Vegetarier Nazis." oder recht gut versteckt in "Ohne der Evolutionstheorie hätte es den Nationalsozalismus nicht gegeben."

Eigentlich ist das reductio ad Hitlerum ein Spezialfall der falschen Verallgemeinerung. Natürlich wird eine These nicht dadurch widerlegt, in dem gezeigt wird, dass Hitler diese These teilte. Trotz der offensichtlichen Bescheuertheit dieses Argumentes wird es immer wieder gerne und beleibe nicht nur von Gläubigen benutzt.

Nahe verwandt mit diesem Thema ist das Gesetz von Godwin. Dieses besagt, dass die Wahrscheinlichkeit für die Erwähnung von Hitler oder des Nationalsozialismus in einer Online-Diskussion sich 100% annähert, je länger die Diskussion dauert. Nach meiner Erfahrung ist Godwins Gesetz das akkurateste rein empirisch gewonnene Gesetz.

1 Kommentar:

  1. Das ist im Grunde das Komplement zum Argument durch Autorität. Jenes besagt: "A ist richtig, weil $GOOD_GUY diese Meinung teilt.", diese sagt "A ist falsch, weil $BAD_GUY diese Meinung teilt.". Der bad-guy muß auch nicht der GröFaZ sein, sondern jede(r) der/die zum Feindbild taugt. So wird ja oft gegen Atheismus auch vorgebracht, daß ja auch menschenrechtsverletzende Kommunisten Atheisten waren.

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