Samstag, 24. Oktober 2009

Wareinarsch

Manchmal, oh Kugelblog, reicht bereits der Name einer Person aus, um Zugang zu ihrer inneren Lebenswelt zu finden. Erlaubt man sich zum Beispiel eine undeutliche, englische Aussprache des amtierenden Petrus i.V., so stößt man auf eine tiefere Wahrheit, die viele Absurditäten des vatikanischen Oberclowns erklärt: He's been a dick.

So auch neulich wieder. Während einer Stipvisite des neuen EU-Vertreters im Vatikan beim Papst, konnte sich letzterer nicht zurückhalten und nutze die Gelegenheit, um auf die eingebildeten christlichen Wurzeln der EU hinzuweisen.
Been-a-dick: "Aber man darf doch daran erinnern, dass die EU diese Werte nicht selbst entworfen hat, sondern dass es eher diese gemeinsamen Werte sind, die überhaupt erst zur Bildung der EU geführt haben und die über den Kern der Gründerländer hinaus auch noch andere Nationen angezogen haben."

Diese Werte seien „Frucht einer langen und verwickelten Geschichte, in der – wie keiner leugnen wird – das Christentum eine herausragende Rolle gespielt hat“.

Quellen: Atheist Media Blog, kathnet, kathweb
Nein, mein bester Ratzinger Alios, niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen... eh... zu leugnen, dass das Christentum eine herausragende Rolle in unserer Geschichte gespielt hat. Es fragt sich nur welche...
Wörtlich fuhr der Papst fort: „Die Gleichheit aller Menschen, die Freiheit des Bekenntnisses als Wurzel aller anderen bürgerlichen Freiheiten, Friede als entscheidendes Element des Gemeinwohls… das sind alles zentrale Elemente der christlichen Offenbarung, die die europäische Zivilisation auch weiter prägen.“
Man lasse sich die Schlüsselphrase nochmal auf der erbosten Zunge zergehen. Die Freiheit des Bekenntnisses als Wurzel aller anderen bürgerlichen Freiheiten. Ahhh... welch exotisch schmeckender Bockmist. Nicht die Glaubensfreiheit ist Grundlage aller anderen Freiheiten sondern die Akzeptanz der prinzipiellen Gleichheit  in der Würde und der individuellen Verschiedenheit. Die vom Papst ach so geliebte Glaubensfreiheit ist eine Folge aus diesen Prinzipien und nicht deren Ursache.

Übrigens hat Been-a-dick seinen Namen selbst gewählt. Meiner unbescheidenen Meinung nach lässt das tief blicken.

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