Sonntag, 14. August 2011

Zitat zum Sonntag

Kein einziger deutscher Bischof aber war als Häftling in einem Hitler-KZ. Bischof Berning hat sogar einige KZs besucht, hat die Lagereinrichtungen, die Wachen gelobt, die Häftlinge zu Gehorsam und Treue gegen Volk und Führer ermahnt und seine Predigt mit einem dreifachen 'Sieg Heil' beschlossen.

Karlheinz Deschner (1924-) , dt. Schriftstellen und Kirchenkritiker

Kommentare:

  1. Es ist fraglich wieviel dieser angeblicher Zitate eigentlich auf NS-Propaganda beruht:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Wilhelm_Berning#cite_note-1

    AntwortenLöschen
  2. Übrigens finde ich dieses Zitat von Karlheinz Deschner hinterlistig, wenn nicht sogar rassistisch. Was soll dieser perfide Vorwurf, dass "kein einziger deutscher Bischof [...] Häftling in einem Hitler-KZ" war? Soll das etwa die NS-Opfer unter den Geistlichen mit niedrigeren Weihen relativieren? Oder liegt die Betonung auf "deutsch", d.h. ein polnischer Bischof, der in einem deutschen KZ ermordet wurde, ist nicht relevant?

    AntwortenLöschen
  3. @Physiker

    Interessante Fussnote, die Du da ausgegraben hast. Muesste man mal weiter nachforschen.

    "Soll das etwa die NS-Opfer unter den Geistlichen mit niedrigeren Weihen relativieren?"

    Ich sehe beim besten Willen nicht, wie es das ueberhaupt koennte. Ueber Geistliche niedrigeren Ranges wird schlicht keine Aussage gemacht und das von diesen einige im KZ gelandet sind, wissen wir beide.

    "Oder liegt die Betonung auf "deutsch", d.h. ein polnischer Bischof, der in einem deutschen KZ ermordet wurde, ist nicht relevant? "

    Relevant wofuer? Kommt wohl auf den Kontext an und der lautet: Machenschaften der deutschen Kirche in der Nazizeit.

    AntwortenLöschen
  4. @verquer:
    "Relevant wofuer? Kommt wohl auf den Kontext an und der lautet: Machenschaften der deutschen Kirche in der Nazizeit."
    Mag sein, dass Bischof Berning keine reine Weste hat (dazu gibt der Wikipedia Artikel bereits einige Hinweise) - dass kein deutscher Bischof in einem KZ war, ist unabhängig davon jedenfalls nicht relevant um der deutschen Kirche "Machenschaften" vorzuwerfen. Was ist denn das für ein ethischer Maßstab, der (zwischen den Zeilen) ein Märtyrertum fordert?

    AntwortenLöschen
  5. "Was ist denn das für ein ethischer Maßstab, der (zwischen den Zeilen) ein Märtyrertum fordert?"

    Ähm... Den, den das Christentum in mindestens einem Fall zu propagieren scheint? Ausserdem benutzt Du hier eine falsch Dichotomie. Zwischen Kooperation und Märtyrertum gibt es ja wohl noch ein paar Graustufen. Nichtmal ich behauptet, dass die RKK eine nur schwarz Weste in Sachen Nazis hätte...

    AntwortenLöschen
  6. @verquer:
    "Ähm... Den, den das Christentum in mindestens einem Fall zu propagieren scheint?"
    Na dann kocht die atheistische Ethik ja auch nur mit Wasser. Und ich dachte schon, sie wäre der christlichen überlegen...

    "Ausserdem benutzt Du hier eine falsch Dichotomie. Zwischen Kooperation und Märtyrertum gibt es ja wohl noch ein paar Graustufen."
    So liesst sich das obige Zitat zum Sonntag aber gerade eben nicht. Oder was soll uns sonst der erste Satz sagen?

    AntwortenLöschen
  7. @Physiker

    "Na dann kocht die atheistische Ethik ja auch nur mit Wasser. Und ich dachte schon, sie wäre der christlichen"

    Legt man Deine Strohmann-Version atheistischer Moral (als wenn es sowas geben würde) zu Grunde, dann ist diese hier in der Tat nicht besser als das Christentum. Das sollte Dir zu denken geben.

    <a href="http://glaube-ist-heilbar.blogspot.com/2011/07/religion-und-ungluck.html>Fakt ist, dass Religion nicht zu glücklichen Gesellschften führt.</a>

    Habe ich mit dieser Aussage nun impliziert, dass Religion unglücklich machen? Nein. Ich habe bloß aus der Menge potentieller Beziehungen zwischen Religion und dem gesellschaftlichen Glück genau eine Möglichkeit herausgestrichen.

    "Kein einziger deutscher Bischof aber war als Häftling in einem Hitler-KZ."

    Dieser Satz lässt die Möglichkeiten von "verdeckter Widerstand" bis "offene Kooperation" offen. Und in der Tat wäre ein deutscher Bischof im KZ ein sehr guter Hinweis auf einen offenen Widerstand der RKK gegen die Nazis. Dass es nun keinen solchen Bischof gibt, zeigt weder, dass es gar keinen Widerstand gab, noch dass die RKK mit den Nazis vollumfänglich kooperiert hätte.

    AntwortenLöschen
  8. @verquer:
    "Dieser Satz lässt die Möglichkeiten von "verdeckter Widerstand" bis "offene Kooperation" offen."
    Aber doch nicht in diesem Kontext. Es ist doch nun wirklich offensichtlich, dass der Schriftsteller hier einen hinterlistigen Weg gefunden hat, in einem scheinbar unverfänglichen Satz, den deutschen Bischöfen den Vorwurf zu machen, sie hätten so wenig Einsatz gegen das NS-Regime gezeigt, dass diese nicht einmal vom Regime ermordet wurden. Schon alleine die Möglichkeit, dass man dieses Zitat in diesem Sinne (miss)versteht, macht es untragbar. Denn wenn man Schriftstellern eine Kompetenz zugesteht, dann wenigstens diese, sich bei heiklen Themen so unmissverständlich wie möglich zu äussern.

    AntwortenLöschen

Fasst Euch kurz und konzentriert Euch auf den Inhalt des Beitrags. Zwei- oder mehrteilige Kommentare sind unerwünscht. Übrigens könnt Ihr auch gerne ältere Beiträge kommentieren. Ich werde per Email benachrichtigt, so dass kein Kommentar übersehen wird. Desweiteren wäre es nett, wenn Ihr Euch beim Kommentieren wenigstens ein Pseudonym geben könntet - anonym ist so nichts sagend.