Sonntag, 3. Januar 2010

Frauenbild vielgelobter Kirchenmänner

Forscht man ein wenig in der Geschichte der Kirche, so findet man bemerkenswert befremdliche Zitate einiger sonst immer wieder gern genannter großer Kirchenmänner:

"Eine Frau soll still zuhören und sich ganz unterordnen. Ich gestatte es keiner Frau zu lehren und sich über den Mann zu erheben. Zuerst wurde ja Adam erschaffen, dann erst Eva."

- Papst Johannes Paul II, 1988

"Die größte Ehre die das Weib hat, ist allzumal, dass Männer durch sie geboren werden."

- Martin Luther

"Die Frau ist ein Mißgriff der Natur, mit ihrem Feuchtigkeits-Überschuss und ihrer Untertemperatur körperlich und geistig minderwertiger, eine Art verstümmelter misslungener Mann. Die volle Verwirklichung der menschlichen Art ist nur der Mann."

- Thomas von Aquin

Preisfrage: Wie haben Frauen heute ihre Gleichstellung und ihre Achtung erlangt? Durch die Kirche oder durch Aufklärung und Humanismus? In der säkularen Gesellschaft oder in einem theokratischen System wie dem Vatikan?

Kommentare:

  1. Die Herren wußten wohl schon intuitiv, dass selbstständige Frauen für der Verbreitung religiöser Phantasievorstellung eher hinderlich sind.

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  2. Zum Thema Achtung vor Frauen... ich finde es gleichermaßen schlimm: Das Verwirrspiel in kreativen Familienkonstruktionen und den schlagenden "christlichen" Ehemann.

    Ich besuche zur Zeit eine Gemeinde, die Du vlt. auf den ersten Blick als schrecklich konservativ bezeichnen würdest aber die Leute sind glücklich. Zum Thema Mann und Frau im Christentum:

    eher Epheser 5,21-30:

    21-24: Selektiv gelesen kann man das gerne als Kritik sehen (man sollte allerdings den ersten Satz weglassen, nur dann funktioniert der Missbrauch) viele lesen in der Tat nur diese Passage und geben dann ihren Trieben nach bzw. konstruieren obskure Ethiken:

    "Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi, die Frauen den eigenen Männern als dem Herrn! Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist, er als der Retter des Leibes. Wie aber die Gemeinde sich dem Christus unterordnet, so auch die Frauen den Männern in allem."

    25-27: Dann wirds eigentlich haarig für die Männer:

    "Ihr Männer, liebt eure Frauen!, wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, um sie zu heiligen, sie reinigend durch das Wasserbad im Wort, damit er die Gemeinde sich selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei."

    28-30: Der "Vorteil" der christlichen Religion ist, dass es sowas wie "Schuld" gibt, der Humanismus kennt nur eine vage "moralische Verpflichtung" aber letzten Endes basiert er auf einem Naturrecht:

    "So sind auch die Männer schuldig, ihre Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst. Denn niemand hat jemals sein eigenes Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es, wie auch der Christus die Gemeinde. Denn wir sind Glieder seines Leibes."

    (zur Einordnung)

    Aufbau des Neuen Testaments (2. großer Abschnitt der Bibel):
    Evangelien + Apostelgeschichte (Geschichtsbücher)
    Briefe an Gemeinden (Auslegung der biblischen Ethik anhand konkreter Beispiele)
    Offenbarung (Zukunftsvision)

    Der Epheserbrief ist einer der Briefe, in Kurzform ist auf die Lehre auch in anderen Briefen Bezug genommen worden:
    1. Petr 3,7
    Kolosser 3,18-19

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