Dienstag, 29. September 2009

Der falsche Weg

Letzten Samstag demonstrierten etwa 1000 Abtreibungsgegner in Berlin unter dem Motto "Marsch für das Leben". Bereits während der Demonstration kam es zu Rüpeleien mit Gegendemonstranten. Darüber kann man denken wie man will, doch was dann im anschließenden Gottesdienst geschah, kann ich nur verurteilen.
Während eines Gottesdienstes im Anschluss an eine Kundgebung gegen Abtreibungen in Berlin-Mitte sind am Samstag Teilnehmer mit rohen Eiern beworfen worden. Wie die Polizei mitteilte, wurde eine Gegendemonstrantin in der St.-Hedwigs-Kathedrale am Bebelplatz festgenommen.

Quelle: tagesspiegel.de, jesus.de, Atheist Media Blog
Diese übermotivierte Demonstrantin hat das grundgesetzlich verbürgte Recht auf freie Religionsausübung der Gottesdienst-Teilnehmer verletzt und gehört daher angemessen bestraft. Punkt.

Kommentare:

  1. Das grausamste war, das waren keine rohen Eier... die waren alle befruchtet!!!!

    :-)

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  2. Ich frage mich, ob verquer und matt auch finden, dass Demonstranten die eine Nazidemo mit Eiern bewerfen auch angemessen bestraft gehören. Weil, die armen Nazis üben ja auch nur ihre Meinungsfreiheit aus, wenn sie menschenverachtenden Scheiß von sich geben. Gilt das gleiche (also: menschenverachtender Scheiß) nicht für den harten Kern der christlichen Rechten, die in Gestalt der Abtreibungsgegner ihren Klerikalfaschismus ausleben? Warum ist eigentlich im Namen der freien Religionsausübung (siehe auch menschenverachtende Hetztiraden des Islam) so viel mehr erlaubt?

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  3. ich habe mir die Frage auch gestellt, bevor ich den Hut "gezogen" habe.

    In der Tat bin ich dagegen, mit Gewalt/nichtrechtstaatlichen Mitteln gegen Nazidemos vorzugehen.

    Das bringt nichts, nur Wut und dekonstruktive Prägungen. Überzeugungen (auch wenn sie aus den seltsamsten Gründen zustandekommen) kann man ohnehin nicht Knüppel/Eier weg bekommen. Da radikalisiert sich das eher noch.

    Das nur rein pragmatisch gesehen.

    Ansonsten ist auch die Frage, inwieweit sich eine pluralistische Gesellschaft auf eine Richtschnur einigen kann, was auf alle Fälle verboten gehört und was tollerierbar ist.

    Heute sind es, so schizophren das klingen mag, sie als Beispiel für Meinungsfreiheit hinzustellen, die Nazis, morgen vielleicht die Atheisten oder Christen. Früher waren es die Kommis unter McCarthy:

    Eine gesunde Streitkultur ist ein Stück weit auch Selbstschutz. Da gehören Kleinterroranschläge nicht dazu. Wenn man in einem demokratischen System die Nazis verbieten möchte, dann soll man das mit den Mitteln des Rechtsstaat tun. Aber solange sie noch nicht verboten sind, haben sie alle Rechte, die die anderen Parteien haben auch.

    Inwieweit Eier in die Streitkultur gehören ist eine andere Diskussion. Davon abgesehen ist ein Gottesdienst auch keine Demonstration im Sinne einer Demo, auch wenn die Grenzen von Fall zu Fall fliesend sein mögen.

    Warum religiöse Prägungen einen Schutzstatus geniesen ist eine oft vorgebrachte Kritik.

    Ein Stück weit spielt da Bestandtschutz mit.
    Außerdem haben sie, zumindest der Überzeugung eines Teils der Bevölkerung, auch eine fördernde gesellschaftliche Wirkung.

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  4. @Thommy. Ich habe mich explizit auf die Frau bezogen, die Eier während des Gottesdienstes und nicht während der Demonstration geworfen hat. Da ist ein sehr wichtiger Unterschied.

    Auf der Demonstration dürfen sie meiner Ansicht nach soviele Eier schmeissen wie sie wollen - solange niemand verletzt wird.

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