Dienstag, 8. September 2009

Logische Fehlschlüsse (2) - Strohmann-Argument

Beschreibung: Die Position der Gegenseite wird falsch dargestellt, um sie leichter angreifbar zu machen.

Logische Struktur: keine

Beispiel: Der Strohmann im Namen dieses Arguments resultiert aus einer Anlehnung an Strohpuppen im Fechtunterricht und soll den Kampf gegen einen wehrlosen Gegner versinnbildichen. Der Begriff ist eigentlich eine direkte Übersetzung des englischen straw man fallacy und hat den Weg in die deutschen Wörterbücher noch nicht gefunden.

Die falsche Darstellung der Position der Gegenseite erfolgt dabei entweder bewusst als rhetorisches Mittel oder unbewusst aus Ignoranz. So könnte die oft gelesene Phrase "Als Atheist glaubst Du also an gar nichts" darauf hindeuten, dass der Schreiber das wirklich glaubt oder dass er die atheistische Position bewusst falsch darstellt, um sie leichter ad absurdum führen zu können.

Kommentare:

  1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  2. endlich mal was Spannendes... :)

    Gibt in der Tat viel Mist unter der Sonne...

    (und nicht nur bei Christens^^)

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  3. Ein Frage... Was würden sie in der folgenden Situation antworten:

    Atheist: Du als Gläubiger hast Vorstellung X zu Thema Y, Begründung siehe Offenbarungsbuch Z.
    Gläubiger: Entschuldigung, dass ich mir meinen Glauben nicht von dir definieren lasse.

    Im konkreten Streitgespräch kann der Gläubige mir immer vorwerfen, dass ich ein Strohmann-Argument benutze. Dies, weil die Glaubenssätze der Gläubigen so verschieden sind und so unscharf formuliert sind. Die Reformierten in der Schweiz kennen nicht einmal ein Glaubensbekenntnis..!

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  4. @raskalnikow

    Der Atheist in einer solchen Situation bedient sich in der Tat eines Strohmanns. Deswegen vermeide ich es in Diskussion, meinem Gegenüber Worte in den Mund zu legen. Vielmehr sollte man ein Gespräch so beginnen:

    "Was glaubst Du und warum?"

    So wird ein Strohmann vermieden und die Beweispflicht ist auch sofort da, wo sie hingehört.

    Übrigens ist es eine beliebte Taktik von Gläubigen, den Atheisten in die Strohmannfalle tappen zu lassen. Natürlich nutzt er damit die Schwammigkeit der Definitionen aus, aber intellektuelle Aufrichtigkeit ist eben nicht seine Stärke.

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