Montag, 21. September 2009

Leserbrief an die 20 Minuten

Wer das letzte Jahr nicht gerade unter einem Stein gelebt hat, wird zumindestens mal von der atheistischen Buskampagne gehört haben. Initiiert wurde diese 2008 in Großbritannien, wo man Busse mit der Aufschrift "There's propably no god. Now stop worrying and enjoy your life." verschönert hat. Die Kampagne hat schnell und weltweit Nachahmer gefunden - so auch die Freidenker-Vereinigung der Schweiz.

Doch ähnlich wie in Deutschland stießen die schweizer Freidenker auf Widerstand der öffentlichen Verkehrsbetriebe als man Werbeflächen auf Bussen mieten wollte. Plakate, wie dieses



waren den Verkehrsbetrieben zu brisant. Man wollte nicht riskieren die ganz furchtbar sensiblen und vor allen eingebildeten religiösen Gefühle zu verletzen. Deshalb haben sich die schweizer Freidenker nun entschieden, statt Werbung auf Bussen normale Werbeplakate zu schalten.

Genau so wie in anderen Ländern gab es auch in der Schweiz eine starke Resonanz in der Presse. So berichtete die 20 Minuten, eine der in der Schweiz allgegenwärtigen, kostenlosen Zeitungen, schon desöfteren über die Kampagne. Ein Bericht in der heutigen Ausgabe hat mich jedoch veranlasst, eine kurze Richtigstellung an die Redaktion zu schicken.



Sehr geehrter Redaktion der 20 Minuten,

als agnostischer Atheist, der sich für die Thematisierung religiöser Weltanschauungen einsetzt, freue ich mich über ihren Bericht über die Werbekampagne der schweizer Freidenker.

Auf der Titelseite der heutigen Ausgabe (21.09.2009) machen sie jedoch mit der Überschrift "Atheisten kämpfen mit Plakaten gegen Gott" auf und damit einen wohlbekannten und deswegen vermeidbaren Fehler. Gegen Gott zu kämpfen ist aus atheistischer Sicht in etwa so sinnvoll wie gegen den Weihnachtsmann zu kämpfen. Als Atheist diskutiere ich weder gegen Gott noch gegen die Gläubigen, sondern gegen die im besten Fall überflüssigen und im schlimmsten Fall gefährlichen Glaubensideen.

Ich hoffe, dass diese Richtigstellung in Ihre zukünftige Berichterstattung einfließen wird.

Mit den besten Grüßen,

Mein Name in der Realität.



Hinweis: Den monierten Teil "Atheisten kämpfen mit Plakaten gegen Gott" wird man nicht in der verlinkten Onlineversion des Berichtes sondern nur in der Printausgabe finden. Einen entsprechenden Nachweis werde ich baldmöglichst nachliefern.

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