Freitag, 18. Dezember 2009

Gottesdienst nicht mehr gefragt

Eine Umfrage der Apotheken Umschau ergab, dass etwa jeder zweite Deutsche (48,3%) in irgendeiner Form gläubig ist, wobei hier weder Aussagen hinsichtlich der Religion, der Art des Gott- oder Geisterglaubens, noch dessen psychologischer Tiefe gemacht werden. Wohl aber sagt man zur Institution der christlichen Kirchen folgendes:

...Der kirchliche Gottesdienst spielt dagegen eine geringere Rolle – 38,4 Prozent der Deutschen nehmen nur an hohen Festtagen daran teil. Viele (41,7 Prozent) besuchen Kirchen nur im Rahmen von Besichtigungen. Nur jeder Zehnte (10,1 Prozent) gibt an, regelmäßig, mindestens einmal die Woche Gottesdienste zu besuchen...

Da stellt sich doch die Frage inwieweit hier noch die Finanzierung dieser Institutionen durch den Staat und letztlich durch den (auch nicht in der Kirche gemeldeten) Steuerzahler gerechtfertigt sein kann.

Quelle

Kommentare:

  1. ich hab grad ziemlich viel um die Ohren, daher besuche ich Deinen Blog nicht mehr so regelmäßig, Danke aber für den Gegenbesuch :)

    Wie auch immer:

    Religion und Staat: Sie können nicht miteinander (Roms Kaiserreligion, Kreuzzüge, französischer Staatswahn mit der Guillotine (Art bürgerliche Religion), "Gott mit uns" in zwei Weltkriegen, missbrauchte Machtstrukturen in diversen Kirchen (nicht prinzipiell Ordnungen), die Liste ist wohl lang)

    aber sie können auch nicht ohne (ja, ich bringe wieder Stalin, Mao und Andere ins Spiel, die ohne höhere moralische Instanz vor sich hinmeuchelnden, jeglichem humanistischen Gedanken zum Trotz dem sie (angeblich) fröhnten)

    Die Frage ist das richtige Verhältnis zueinander.

    Religion ist Weltanschauung und kann auch Kultur sein, zum Teil auch bewährte.

    In diesem Sinne sollte gedacht werden, wenn man in Zukunft sich dahingehend Gedanken macht.

    Den gerne gehörten pauschalisierten Syllogismus Religion = Dummheit = Religion sollte generell bekämpft werden halte ich aber für zu einfach, da er nicht diferenziert.

    Religion sollte weiterhin den Schutz des Staates geniesen, wie jede andere Art die Wirklichkeit zu interpretieren auch. Gleichwohl ergehen an sie auch gewisse Verpflichtungen (allem voran die Treue zur Verfassung).

    Ob die zur Zeit praktizierte Form der Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirche (z.B. Steuereintreiberei) nicht vielleicht sogar einer von Macht unkorumpiert zu seienden Weltanschauung schadet, ist sogar in christlichen Kreisen gerne diskutiert.

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  2. @Matt. Ich möchte Dich darauf hinweisen, dass dieser Artikel nicht von mir, sondern von meinem geschätzen Mitblogger geschrieben wurde. Dieser wird kaum etwas mit Deinem Dank anfangen können. Aber trotzdem: gern geschehen.

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  3. Je besser ein Land in einer Wissens- und Leitungsgesellschaft wie Westeuropa integriert ist und für seine Bürger Wohlstand, Bildung, Sicherheit, soziale und Gesundheitsvorsorge bieten kann, je rapider schreitet die Säkularisierung voran. Je rückständiger ein Land ist und diese Errungenschaften vorenthält, je höher ist die Teilnahme der Einwohner an religiösen Kulten. Vertreter der RKK bejubeln gerne ihre Erfolge am Wachstum der Religion in unterentwickelten Ländern, nüchterne Wissenschaftler und Soziologen sehen darin die Gründe für die mangelnde Entwicklung und das Elend dieser Länder. Es ist die Frage was zuerst existierte, die Henne oder das Ei. Den modernen westeuropäischen Ländern ging es im finsteren Mittelalter mit einer alles dominierende Religion genau so elend und miserabel. Erst mit der Säkularisierung konnten wir uns fortschrittlich entwickeln.

    In 24 führenden Industrieländern sind >50% der Meinung Gläubige sind viel zu intolerant zu ihren Mitmenschen. Länder wie die Schweiz, Dänemark, Niederlande, Norwegen, Neuseeland, Nord-Irland, Australien und Portugal haben Werte >75%. In bigotten Ländern wie USA, Russland, Ungarn, Bulgarien, Lettland, Zypern und den Philippinen wird dies nicht so gesehen. Die Beweise für die Evolution nach Charles Darwin ohne göttlichen Einfluss gelten als ausreichend in China (67%), Ägypten (50%), USA, Süd-Afrika und Indien (43%), Mexico, UK und Spanien (38%), Argentinien (37%), Russland (32%).

    In der BRD sind >35% der Bürger konfessionslos, <28% evangelisch, <29% katholisch, 8% Analphabeten ohne Zuordnung zu den 3 Gruppen. Nur 6% der evangelischen (21,6%) und 9% der katholischen (30,8%) Bürger glauben das christliche Bekenntnis, wobei die Evangelen deutlich mehr der Glaubensinhalte in Frage stellen. Nicht einmal 1% der Bürger akzeptiert vorbehaltlos den gesamten Christenkult und gilt gemäß den Aussagen ihrer Amtskirche als zahlende Heiden.

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