Dienstag, 22. Dezember 2009

Woher wir kommen - eine Zueignung


Stellen Sie sich das Universum vor!

Beginnen Sie dafür bei der Vorstellung einer unermesslich riesigen, vollkommen leeren und absolut dunklen Weite. Setzen Sie in diese einen Stern und fügen Sie ein paar Planeten hinzu. Treten Sie  zehnbillionen Kilometer zurück und erfreuen Sie sich für einen Augenblick an ihrem persönlichen Sonnensystem.


Unser Sonnensystem [Wikipedia]

Treten Sie weitere Millionen Billionen Kilometer zurück. Ihr Stern wird zu einem kaum wahrnehmbaren Funkeln in der erdrückenden Schwärze. Fügen Sie der Leere weitere Sterne hinzu - sagen wir mal 100 Milliarden. Vergessen Sie dabei nicht, dass etwa die Hälfte aller Sterne ein Planetensystem besitzen sollten. Erfreuen Sie sich für einen Augenblick am majestätischen Anblick ihrer ganz privaten Galaxie.


Andromeda-Galaxie [Wikipedia]

Treten Sie eine Billionen Billionen Kilometer zurück. Ihre Galaxie wird zu einem unscheinbaren Lichtpünktchen in der leeren Weite des Universums. Fügen Sie der Leere weitere Galaxien hinzu - sagen wir mal etwa 100 Milliarden. Vergessen Sie nicht, dass jede Galaxie aus 100 Milliarden Sterne besteht, von denen wiederum die Hälfte ein Planetensystem besitzen. Erfreuen Sie sich für einen Augenblick an der gigantischen Aussicht, die Ihnen Ihr ganz persönliches Universum bietet.



Fügen Sie ihrem Universum Lebewesen hinzu!

Stellen Sie sich dazu die physikalischen und chemischen Prozesse vor, die auf Ihren Planeten stattfinden und geben diesen viel Zeit – sagen wir mal 13,7 Milliarden Jahre. Stellen sie sich vor wie die Sterne Ihre Planeten mit beinahe unbegrenzter Energie versorgen und damit abermilliarden verschiedene chemische Reaktionen in Gang setzen. Die von den Reaktionen produzierten Moleküle werden zunehmend komplizierter, bis dann auf myriaden von Planeten, die alle die richtigen Umweltbedingungen bietet, ein Molekül entsteht, dass sich selbst replizieren kann. Das Leben hat Einzug in Ihr privates Universum erhalten und will sich weiterentwickeln.

Verfolgen Sie all diese Lebensentwicklungsprozesse über die Jahrmilliarden hinweg, solange bis irgendwann in den 13,7 Milliarden Jahren auf irgend einem Planeten irgend eines der 100 Milliarden Sonnensystem in irgendeiner der 100 Milliarden Galaxien ein Wesens entsteht, dass sich fragt: "Woher komm ich?"

Kommentare:

  1. Spiegelt die ... http://en.wikipedia.org/wiki/Drake_equation ... zumindest in Ansätzen das "da draußen" wieder, dann müsste es in jeder der 100 Milliarden Galaxien mehrere Zivilisationen geben! Es ist einer dieser Fakten, der mich regelrecht traurig werden lässt -- zu meinen Lebzeiten oder vielleicht nie werden wir erfahren, was sie so über ihre Ursprünge und so denken...

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  2. Geradezu lächerlich erscheint doch dagegen das anthropozentrische Weltbild der Hirtenvölker, welches wir heute abrahamitische Religionen nennen.

    Wie naiv zu glauben, alles würde sich um die Witzfigur des Menschen drehen, ein Nichts im Vergleich zu Raum und Zeit. So belegen wir als menschliche Rasse ca. 3 Promille des Zeitraumes in dem die Erde existiert, bezogen auf das Universum kommen wir auf unter 1 Promille.

    Sicher für manche kein schöner Gedanke, für mich allerdings schon, denn dies eitle selbsgerechte Geschwafel der händeknetenden Moralapostel wird damit einmal mehr ad absurdum geführt.

    Cory

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