Sonntag, 16. August 2009

Von der Heilkraft der Evolutionstheorie


In diesem Video interviewt Richard Dawkins, ehemaliger Professor der Universität Oxford und wohl einer der bekanntesten Atheisten, Randolph Nesse, Professor der Psychologie an der Universität Michigan. Nesse präsentiert darin einen faszinierenden Einblick in die evolutionäre Grundlagen der Medizin sowie der Psychologie und wie diese die alltägliche Praxis der Medizin verändern können.

Es werden eine ganze Reihe von Themen angeschnitten, darunter das unintelligente Design des menschlichen Auges, die Beschränkungen der natürlichen Auslese oder wie die evolutionäre Sicht auf den menschlichen Körper, das Verständnis von Krankheitssymptome und der Langlebigkeit verändert.

Ein Abschnitt hat mich allerdings ganz besonders beeindruckt. Im vierten Teil des Videos etwa bei Minute 3:35 kommen die Beiden auf die Wirkung des Wissens um die evolutionären Gründe für Panikattacken auf Patienten zu sprechen. Hier die grobe Übersetzung:

Dawkins: Ihre Patienten, die unter Panikattacken leiden, finden Trost im Verständnis für den evolutionären Grund ihrer Panikattacken.

Nesse: Sie finden nicht nur Trost. Etwa 20% der Patienten werden sogar geheilt. Patienten sagen Dinge wie "Ich glaube es ist Krebs, Herr Doktor", "Ich habe einen Gehirntumor", "Ich glaube, dass ich ein Herzleiden habe". Ich antworte darauf: "Nein, nein, nein, die Testergebnisse zeigen, dass sie das nicht haben." Woraufhin die Patienten entgegnen "Aber ich könnte das doch haben".
Die Patienten haben nicht wirklich verstanden, was Panikattacken sind. Sobald ich Ihnen allerdings erkläre, dass Panikattacken Fehlalarme in ihrem "Fliehe-vor-den-Löwen" System sind [...], sagt einer von fünf Patienten "Oh, jetzt verstehe ich was das ist. Ich werde es einfach ignorieren." Diese leben dann einfach ihr Leben weiter und werden nicht mehr von Panikattacken geplagt.

Glaubt man also Nesse, so reicht allein das Wissen um die evolutionären Gründe für Panikattacken, um ein Fünftel aller Patienten von diesen zu heilen!

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